Es gibt einen Haufen an verschiedener Antennen und eine ist magischer als die andere. Nein ganz im Ernst - verstehen tu ich das nicht was da passiert. Doch das etwas auf die richtige weise passiert ist wichtig dafür, dass Funkanwendungen wie Meshtastic gut funktionierten1 können. Mia hat sich für unser meshtastic Projekt die J-Pole Antenne etwas genauer angesehen. Diese ist verhältnismäßig klein. Nicht nur in der Länge (gegen die kann man nicht wirklich gut etwas machen), sondern auch in der Fläche. Sie kann daher zum Beispiel in ein Kunststoffrohr eingeschoben werden um sie zu schützen oder zu verstecken.

Bauform

Die J-Pole Antenne besteht in seiner Grundform wirklich nur aus einem gebogenen Stück Draht. An einer bestimmten Stelle ist ein Anschluss für die Antennenleitung angebracht.

.:: Schema einer J-Pole Antenne ::.
Abb. 1
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                  ┃  ⇐Antenne
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Die Form des Drahts sieht dabei aus wie ein “J” wenn man die Augen ganz dolle zusammenkneift.

.:: Maße einer J-Pole Antenne ::.
Abb. 2
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Die Bemaßung der einzelenen Elemente kann recht einfach einem der zahlreichen Online Calculatoren entnommen werden. miathedev hat sich erarbeitet, das ein SMA - Print Sockel, mit wenig Modifikation direkt an die Stelle gelötet werden kann, an der die Einspeisung in die Antenne erfolgen muss.

Selbst Bau

Was brauchst du…

  • 2,5 mm² Kupferdraht
  • dritte Hand aus Metall oder Fleisch
  • Internet
  • Lineal
  • Lötkolben und Zubehör wie Lötzinn
  • Messschieber (optional)
  • nanoVNA Antennenmessgerät (und nötige Adapter)
  • Seitenschneider
  • SMA - Buchse
  • Stift Wasserfest (optional)
  • Zange (klein)

Ablauf

  1. Maße von einem Online - Tool entnehmen. Ich benutze für dieses Beispiel diesen. Hier muss nur die für meshtastic übliche Frequenz von 868 MHz eingeben werden.
  2. Lass beide Seiten (so nenn ich ab jetzt Teil a und c) ein paar Zentimeter länger als du brauchst. Biege den Draht in die Form wie bei Abb. 1 zu sehen. Der Bogen unten (f) kann Rund oder eckig sein. Das kannst du machen wie du möchtest.
  3. Messe nun die Länge der langen Seite (a) ab. Hier solltest du einigermaßen genau sein. Ein Millimeter mehr oder weniger macht schon etwas aus.
  4. Schneide die lange Seite (a) an dem Maß ab.
  5. Jetzt kannst du die SMA Buchse am sogenannten “feedpoint” anlöten. Das ist da, wo bei Abb. 2 auf Höhe (d) das Kreuz ist. Dazu musst du:
    • vielleicht den Abstand (f) leicht verändern. Den kannst du etwas verändern, so lange die beiden Teile der Antenne parallel zueinander sind ist das OK.
    • vielleicht einen oder mehrere Beinchen der Buchse mit der Zange abbrechen, wenn du sie nicht brauchst und Sie dir im Weg sind.
    • den mittleren Anschluss der Buchse an den langen Teil (a) und
    • eines der anderen Beinchen (Schirm) an den kurzen Teil (c) löten.
  6. schließe nun einen NanoVNA oder ein vergleichbares Messgerät an die Antenne an und stelle es so ein das du bei 868 MHz den SWR messen kannst.
  7. jetzt schneidest du Stück für Stück an der kurzen Seite (c) mit dem Seitenschneider ab. Taste dich langsam ran. Dabei beobachtest du die Messung des VNA und versuchst dich immer mehr dem SWR 1:1 anzunähern.

Wenn du das alles gemeistert hast, hast du eine tolle Antenne, mit der du einen guten Empfang mit deinem meshtastic Node haben kannst.

Lohnt sich das denn überhaupt

Es ist ein Hobby. Natürlich nicht.

Lohnt sich das denn für Meshtasic

Ja auf jeden Fall. Antennen die so gut sind wie diese hier, kosten super viel Geld. Die Buchse und der Draht dagegen kosten wenige Euronen. Die Einzelteile sind gar Cent Beträge. Die Antenne ist so billig, das du in der Praxis vermutlich einfach so viele Bauen kannst bis dir eine gefällt, wenn es beim ersten mal nicht klappt.

Nachteil

Du brauchst Ein Antennenmessgerät wie den NanoVNA. Anders kannst du die Antenne nicht Abstimmen und sie wird vermutlich unbrauchbar sein 2. Wenn du aber mehrere Antennen brauchst, zum Beispiel weil du zwei meshtastic Nodes betreiben möchtest, kannst du dir für den Preis von einer Kommerziellen Antenne auch ein NanoVNA kaufen und dir dafür zwei Antennen bauen. Die Rechnung geht recht schnell auf.

This work by tomtom is licensed under CC BY 4.0

  1. pun not intendet! 

  2. natürlich kann man eine Antenne auch mit anderen mitteln abstimmen als mit einem NanoVNA aber die sind noch komplizierter und Teurer